Bensen nach der Rückkehr

Hier kann jeder schreiben, wie es nach der Rückkehr weitergegangen ist.

Bensen nach der Rückkehr

Ungelesener Beitragvon bensen » Aug 11, 2009 21:00

360 Tage und danach… es geht weiter

So hier kommt etwas, was längst überfällig ist! Seit nun 26 Tagen bin ich ein echter Drecksack, der seine Freundin ganze 360 Tag Australien überlassen musste. Quasi 1 Jahr, nicht vergessen bleibt, dass ich sie 6 Wochen dort besucht habe und wir mit einem kleinen Camper kreuz und quer abfuhren wie es uns passte. Doch die Reise soll nicht Hauptbestandteil meiner Erzählung sein. Davon gibt es ja schon 2, 3 ausführliche Darstellungen.
Viel eher wollte ich aufführen, wie das Danach ist und war. Lange hatte ich Zeit mich auf das Wiedersehen zu freuen und vorzubereiten. Tag X stand vor der Tür u. so recht wusste ich auch nicht wie ich es angehen sollte. An jenem Tag war ich normal auf Arbeit und ich war wirklich die Ruhe selbst, dass war für mich recht normal, nervös werde ich erst immer ganz kurz vorher. Der Tag verging und der Feierabend rückte greifbar nahe. Angekündigt hatte ich mich bei meiner Freundin für 18Uhr. Wollte wegen der Familie, der langen Heimreise und diese ganzen Aktionen mit der Freundin (hatte ich ja auch schon geschildert) nicht so früh auf der Matte stehen.
Und so kam es, dass ich nach der Arbeit, zu mir fuhr und ich nichts besseres zu tun hatte meine Bude zu schrubben, Fenster zu putzen, zu saugen, zu wischen und die Blumen zu gießen. Und die Uhr schlug 18:00Uhr u. ich stand grade mal unter der Dusche u. machte keine Anstalten loszukommen. Als das passierte, was mehr als ein Jahr her war. Diese Frage, die ich so oft gestellt habe, ertönte nun auf einmal von der anderen Seite am Telefon. Meine Freundin war dran und es kam mir zauberhaft vor sie zu hören, mit einer lieblichen Stimme fragte sie, wo ich denn sei und wann ich denn nun komme. Als ich erzählte, dass ich noch Duschen war, erfuhr ich leichte Enttäuschung.
Mit Worten, die dem gleichkamen, dass sie mich jetzt sofort bei sich haben will und es total egal ist ob ich stinke oder nicht. Gesagt getan… ich saß im Auto auf dem Weg zu ihr… kein Geschenk, keine Blumen, beides völlig unnötig nach einem Jahr Warten und einem Jahr voller Vertrauen, Telefonaten, Briefen und Karten, Mails und einigen SMS. Nach einem Besuch, zahlreichen Überraschungen und vielem mehr erschienen diese materiellen Dinge, eher nichtig, unnötig und völlig fehl am Platz!
Knapp 40km vor mir und es geht einem so viel durch den Kopf… und welche Gefühle? Welche Fragen? Und warum bin ich gar nicht nervös? Wird es so wie früher sein? Ist es so wie die anderen es beschrieben haben. In meinem Kopf spielten sich Szenen wie in „Dirty Dancing“ ab, dass meine Freundin mir entgegengelaufen kommt und ich sie wie in einer Kür auffange und ich sie emporhebe, wie das kleine Löwenbaby in König der Löwen, dass die Zeit sich verlangsamt, die Zeit stehen bleibt und wir diesen Moment festhalten! Vielen Gedanken begleiten, wie wird der erste Kuss sein, wie geht es danach weiter und und und… noch 500m bis zu ihrem Haus… was ist das? Mein Herz fängt an zu schlagen… mehr als das Doppelte an Geschwindigkeit pocht es nun in meiner Brust… wie schon beführtet kommt jetzt erst die Nervosität… immer cool bleiben… leicht gesagt, feuchte Hände, trockener Mund, schnell noch einen Fruchtbonbon einwerfen… gekonnt auf einem vollen Parkplatz rückwärts Einparken… Motor aus! Durchatmen, aussteigen und leicht benebelt von zu viel Sonne im Gesicht stolzen Mutes auf die Haustür zugehen.
Schnell noch mal überlegen wie man es am besten angeht… Klingeln, in Gedanken schon mal Rückwärtszählen und warten bis jemand die Tür aufmacht… „wie war das mit dem Zählen?“ kaum die Klingel gedrückt, springt die Tür auf, dass man beiseite Springen muss. Eine überglückliche, über alles strahlende, Braungebrannte und wunderschöne Frau öffnet einem die Tür. Man selbst strahlt ebene so und hört nur die Worte „Hallo mein Süßer Schatz“. Man reißt sein Gegenüber regelrecht an sich, es wird geknutscht und fast verhindert die Freude und das lachend, grinsende Gesicht das zustande bringen eines Kusses! Wie war das jetzt? Ein Jahr lag zwischen dem Abschiedskuss und diesem… keine Ahnung welches Jahr… es ist wie es beschrieben wird, in einem Moment scheint alles vergessen. Es ist einfach alles schön und schöner. Für einen Tag sieht alles schöner aus, es schmeckt besser, alles ist perfekt und keiner kann einem das nehmen oder vermiesen.
Es fühlt sich so an wie gewohnt und beinahe vergessen. Man schläft so schlecht sag ich euch, so war es bei mir. Ich empfand es, als hätte ich den Jet lag meiner Freundin übernommen, der bei ihr gänzlich ausblieb. Ich brauchte einige Tage, um mich daran zu gewöhnen, dass ich das große Bett nicht mehr für mich alleine habe und Querschlafen nun der Vergangenheit angehört. Man muss sich an vieles neu gewöhnen.
Gemeinsam Entscheidungen treffen, wie ja und nein sagen, aber nicht immer nur so wie es einem selbst am besten passt.
Es kehrt so schnell wieder Normalität ein, dass es beinahe erschreckend ist. Vieles ist wie früher, vieles aber auch anders! Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so schnell nerven lassen würde. Oder nach einem Jahr allein, vieles anders sehe. Das ist schwierig zu umschreiben, dass sind beinahe Macken, die man sich dann angewöhnt hat. Dinge die man so macht u. auch möchte, dass andere sie so machen. Aber das ist ein anderes Thema… Wichtig ist aber, dass ich mich freue genervt zu werden! Und es ist so schön wie zu Anfang… Liebesbeweise…

Beispielsweise sein Notebook bei einem Treffen zu öffnen und einen Zettel vorzufinden, der heimlich platziert wurde, auf dem steht, dass man geliebt wird. Oder wenn man in der Woche mal früher Feierabend macht um diese tolle Frau zu besuchen und sie einen mit einem selbstgebackenen Kuchen überrascht… das sind Dinge, die man sich so gut wie nie ausmalt, wenn man alleine ist. Da war es lediglich ein Gedanke nicht mehr allein zu sein. Man wollte sie nur noch hier wissen!
Jetzt aber dazu wie wir die ersten beiden Wochen verbracht haben!
Turbulent… das war es! Nein nicht wirklich aber es ist so treffend. 360 Tag war meine Freundin weg u. nun überfiel sie alles in einem Schwall. Der Freund da, die Familie, Verwandte, Bekannte, Freunde. Ich weiß nicht wie sie es aufgenommen hat, aber selbst für mich war es viel.
Aber wisst ihr was, davon wollte sie nichts wissen. Anders als erwartet, war ich fast unangefochten ihre Nummer 1. So Schmusebedürftig kannte ich sie nicht. Am liebsten wäre sie mir sogar bis aus Klo gefolgt. Das entschädigt so ungemein.
Aber genau das habe ich auch gebraucht und gewollt. Jede Störung der Zweisamkeit empfand ich somit als sehr unangenehm. Aber wir haben es überstanden, die Verwandten zu besuchen. Zwei Wochen zwischen, Rostock, Schwerin, Berlin und Dresden. Und doch gab es gleich wieder Zwistigkeiten und auch Kummer. Damit hätte ich nicht gerechnet, hätte es aber ahnen können. So empfand meine Freundin vieles hier als so doof und sch… um keine anderen Worte zu verwenden. Das hier alles so bürokratisch kompliziert ist. Da hat ihr halt auf den Magen geschlagen, dass sie sich um ihr Studium kümmern muss. Das alles so ungewiss ist. Dann kamen so Geschickten auf, die in die Schublade gehören: Papas kleine Prinzessin. Als Scheidungskind war sie schon immer auf ihren Vater fixiert, der immer für sie da war u. immer sein bestes gab. Nun war da aber die neue Freundin v. ihm im Haus u. noch nicht mal vollendet geschieden v. der zweiten Frau. Das war sehr belastend für sie, insbesondere, weil sie ihn u. mich für sich alleine haben wollte. Und wieder musste getröstet werden. Aber es gab noch etwas viel schlimmeres, zum ich unbedingt schreiben muss.

Kurz vor Ende meines Urlaubs, kurz vor dem Schlafen gehen, fing meine Kleine an zu weinen. Aus unerfindlichen Gründen und als guter Freund hinterfragt man, was denn los sei. Jetzt erzählt sie mir 10min. lang was los ist. Und was ist, ich verstehe nur Bahnhof und bin noch dümmer als vorher, nicht schlauer. Ich besann mich auf die Situation, die ich genauso mit ihr am ersten Abend in Australien erlebte. Sie weinte aus unerfindlichen Gründen u. versuchte mir zu erklären, dass sie mir nicht wehtun will. Ich fragte dann, wie sie das denn machen will?
Sie zuckt mit den Schultern. Dann im selben Atemzug sagt sie wieder, dass sie mich nicht verdient hat. Als Freund tut man das als Nichtig ab und meint nur, dass es schon Gut so sei, da man sie ja liebt.
Ich weiß nicht wieso, aber Frauen sind so verwirrend. An jenem Abend vor einer Woche wieder: sie will mir nicht weh tun usw.: usw.: sehr dramatisch… sie meint wenn sie mich nicht mehr lieben würde oder sich ihre Gefühle plötzlich ändern würden, dann würde ich ja darunter leiden u. das will sie nicht u. das macht sie traurig.
Darauf hin frage ich dann, ob sich ihre Gefühle denn geändert hätten oder ob sie mich nicht mehr liebt. Sie sagt nein, sie liebt mich immer noch, noch mehr.
Daraufhin stelle ich dann die Frage, warum sie sich denn solche Gedanken macht, wieder ein Schulterzucken. Noch eine Frage: Ob sie einen Grund dafür hätte, mich nicht mehr zu lieben: Wieder ein Nein. Meine Frage dann…. Warum weint sie dann? Sie: Na ja was ist wenn…

Da ich diese Situation aber schon aus Australien kenne, war mein Rezept, simpel wie einfach! Einfach mal seine Freundin ignorieren. Wenn sie sich über ihre Gefühle mal nicht im Klaren ist oder gar TOTAL verwirrt ist, einfach etwas Zeit geben. Drei tage später meinte sie, ich sollte das am besten wieder vergessen. Aber für mich war diese Art v. Gefühlswirrwarr schon so etwas wie eine Erwartung. Zumindest bei meiner Freundin.
Keiner kann sagen, dass nach so langer Zeit alles GENAU so wie vorher ist und war. Sie hatte Angst, weil es für sie noch etwas komisch war wieder in diesem Leben zu stecken. Ich hatte meine Familie und Freunde, für mich gab es so gut wie immer Emotionalen halt.

Jetzt kam sie wieder, ein Jahr nur auf sich gestellt nur flüchtige Bekanntschaften. Und dann ein liebender Freund, der für sie da ist, ein Vater der sie in den Arm nimmt. Mir erging es ja auch in gewisser Weise so, dass ich Angst hatte. Vor unserem ersten Wiedersehen.
Man ist uneins mit den Gefühlen. Und doch weiß man, dass es klappt und dass man daran arbeiten wird. Und meine Freundin liebt mir wirklich so sehr. Sie vermisst mich jeden Tag, dass wir somit auch jeden Tag telefonieren müssen. Und ich freu mich auf das Wochenende wo wir uns dann sehen. Diese vorübergehende Trennung ist zwar nicht schön, aber es lässt die Liebe so was von aufleben, dass ich mir wie der reichste Mensch mit leeren Taschen vorkomme. Ja ich weiß, hört sich extrem nach GZSZ für den Märchenkanal an. Aber diese Empfindung bereichert ein mehr als ein dickes Auto vor der Tür!
Jetzt warten wir nur noch, was ihr Studienplatz sagt. Wenn wir Glück haben, kriegt sie ihren Platz an der Uni, wo ich arbeite. Dann glaube ich, hebe ich ab vor Freude. An diesem Tag wird die Luft noch luftiger sein, die Sterne noch mehr leuchten u. funkeln. Gras erscheint grüner und riecht noch stärker. Jeder wird mir wohl gesonnen sein, mein lächeln wird sogar den griesgrämigsten umstimmen u. die Welt bleibt für eine Sekunde stehen! Sollte es aber Jena sein, mit mehr als 500km Entfernung, tritt so ziemlich genau das Gegenteil ein! Dazu werde ich jetzt aber noch keine Spekulationen anstellen! Was kann ich sonst noch sagen, abgesehen davon das ich glücklich bin. Darüber diese Zeit überstanden zu haben, dass dieses Land meine Beziehung zwar auf eine harte Probe gestellt hat, jedoch unbeschadet überstanden hat. Ich habe sehr viel über mich selbst und meine Freundin gelernt.

Einige Sachen hätte ich glaube ich, ohne dem Forum nicht so selbstverständlich überstanden. Und dafür sage ich danke, auch im Namen meiner Freundin, die dem zustimmen wird. Dieser Dank gilt allen, die mitgefiebert, mitgeschrieben u. dran teilgenommen haben. Genauso wie Sven, dem Gründer. Der viele Mal mit mir diskutiert hat, bis spät in der Nacht am Texten mit mir war. Und der seiner Meinung treu blieb u. mir nicht nach dem Mund geredet hat!

Und nach kurzem überlegen fiel mir auch wieder ein, was ich noch schreiben wollte, bevor ich zum Abschluss komme! Nehmt es euren Mädels nicht übel, wenn sie ehrlich zu euch sind. Schätzt es eher auch wenn Dinge angesprochen werden, die einem nicht passen. Dazu noch eine kleine Geschichte.
Beim präsentieren der Bilder aus Australien, zeigte mir meine Freundin einen Typen aus Amerika, den sie beim Tauchkurs + Tour kennenlernte. Dieser machte kein Geheimnis daraus, dass er meine Freundin GEIL findet. Anders kann man es nicht ausdrücken. In den drei Tagen, hat er ihr immer wieder bekundet, wie toll sie doch im Bikini aussieht und wie schön und toll er ihre Brüste findet. Das kam mehr als 2x pro Tag zu Wort. Meine Freundin freute sich sogar darüber und fühlte sich geschmeichelt. Wie sie mir im Nachhinein berichtet hat. Sie schrieb sogar wohl wissend das er nur auf eins hinaus will mit ihm noch Mail. Was jetzt auch ein Ende hat. Nachdem er schon das erste Mal anfing von ihr zu schwärmen, sagte sie mit ihrer so wunderschönen direkten Art, die einen Fremden ihr nicht wohl gesonnen gleich vom Hocker haut so pampig, dass sie einen tollen Freund hätte! Begeistert war er nicht und macht mich sogar noch schlecht in meiner Abwesenheit. Was aber zählt ist, dass meine Freundin zu aller erst den Mut hat mir das zu offenbaren und mir so viel Vertrauen entgegenbringt, dass sie wiederum weiß, dass ich ihr vertraue! Im Nachhinein sah ich, dass er gar nicht mal so schlecht aussah u. auch recht kräftig gebaut war. Aber er hatte ein paar entscheidende Fehler. Er war einfach nicht blond u. hatte viel zu kurze Haare u. um ehrlich zu sein, er war einfach nicht ich.
Ein flirt ist schnell vorbei und vergessen… aber was die Mädels mit uns haben u. haben könne. Gibt es mal nicht so schnell am Straßenrand und einige werden es nie haben oder diese Erfahrung mit einem Teilen können. Somit auch noch mal ein Glückwunsch, an all diejenigen die es geschafft haben, die zeit ohne ihre Freundin zu überstehen und darüber hinaus auch noch glücklich mit ihr zusammen zu sein!

Mit diesen Worten will ich meine kleine Einschätzung zum Thema „ Was wurde aus beenden“
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten!
Bensen
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Re: Bensen nach der Rückkehr

Ungelesener Beitragvon Mario » Aug 11, 2009 23:10

puh is das lang - ich freu mich drauf das mal in ruhe zu lesen - jetzt muss ich erstmal (leider)

aber noch 1 Days, 6 Hours, 50 Minutes und ich kann mich hier auch verewigen *jipii*
[center]*jipie* - seit Tagen ein stolzer Drecksack![/center]
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